Chainalysis-Report: Krypto-Sanktionsumgehung stieg 2025 um 700 Prozent
Ein neuer Bericht von Blockchain-Analysefirma Chainalysis zeichnet ein beunruhigendes Bild: Die Nutzung von Kryptowährungen zur Umgehung internationaler Sanktionen ist im Jahr 2025 um 700 Prozent gestiegen. Mehr als 100 Milliarden Dollar wurden on-chain bewegt, um Sanktionen zu umgehen.
Die Hauptakteure: Russland, Iran und Nordkorea. Diese drei Länder haben ihre Nutzung von Stablecoins, gehackten Funds und staatlich verbundenen Krypto-Börsen massiv ausgebaut. Besonders USDT auf Tron ist zum bevorzugten Werkzeug für sanktionsumgehende Transaktionen geworden.
Russland nutzt Krypto verstärkt, um Kriegsgüter zu finanzieren und westliche Sanktionen zu umgehen. Der Bericht dokumentiert komplexe Netzwerke von OTC-Desks und Mixing-Services, die russische Entitäten mit internationalen Lieferketten verbinden.
Iran hat sein Arsenal an Krypto-Mining-Operationen erweitert und nutzt staatlich kontrollierte Börsen für den internationalen Handel. Nordkorea bleibt der aggressivste staatliche Hacker, mit der Lazarus Group, die allein 2025 über 2 Milliarden Dollar gestohlen haben soll.
Die Konsequenzen für die Industrie: Regulierer weltweit werden den Druck auf Stablecoin-Emittenten und dezentrale Protokolle erhöhen. Tether (USDT) steht besonders im Fokus, da ein Großteil der sanktionsumgehenden Transaktionen über seine Token läuft.
Chainalysis empfiehlt eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Kryptobörsen und Strafverfolgungsbehörden sowie bessere On-Chain-Überwachungstools. Die Alternative – pauschale Verbote – würde legitime Nutzer bestrafen und das Problem nur in dunklere Ecken des Internets verdrängen.