eBay streicht 800 Jobs – eine Woche nach der Depop-Milliarden-Übernahme

eBay streicht 800 Jobs – eine Woche nach der Depop-Milliarden-Übernahme

Eine Woche nachdem eBay 1,2 Milliarden Dollar für die Secondhand-Plattform Depop auf den Tisch gelegt hat, rollt die Kündigungswelle. 800 Mitarbeiter – rund 6 Prozent der Belegschaft – müssen gehen. Das Timing könnte kaum schlechter sein.

Die offizielle Begründung klingt nach Corporate-Sprech: eBay "investiere um" und "richte die Struktur an strategischen Prioritäten aus". Übersetzt heißt das: Depop kostet, also muss anderswo gespart werden.

Die Übernahme von Depop sollte eBay bei der Generation Z relevanter machen. Die hippe Secondhand-App für Vintage-Mode ist bei jungen Nutzern beliebt – eine Zielgruppe, die eBay seit Jahren verliert.

Doch 1,2 Milliarden Dollar für eine Nischen-App? Kritiker fragten schon bei der Ankündigung, ob der Preis nicht überzogen sei. Dass eine Woche später Entlassungen folgen, lässt die Zweifel nur wachsen.

Für die betroffenen Mitarbeiter ist das ein Schlag ins Gesicht. Während das Management milliardenschwere Deals feiert, werden sie vor die Tür gesetzt. Ein Muster, das in der Tech-Branche zur traurigen Normalität geworden ist.

eBay steht unter Druck. Amazon dominiert den Online-Handel, Shein und Temu unterbieten bei Preisen, und jetzt soll Depop die Rettung bringen. Ob die Strategie aufgeht, ist fraglich. Sicher ist nur: 800 Menschen zahlen jetzt den Preis für die Wette.