Google macht HTTPS quantensicher – mit einem genialen Mathe-Trick
Die Quantencomputer kommen – und damit das Ende der aktuellen Verschlüsselungsstandards. Zumindest theoretisch. Google arbeitet bereits an der Lösung und hat jetzt einen beeindruckenden Durchbruch erzielt: Merkle Tree Certificates komprimieren 15 Kilobyte Daten in nur 700 Byte.
Das Problem ist real: Aktuelle HTTPS-Zertifikate basieren auf kryptografischen Verfahren, die ein ausreichend leistungsfähiger Quantencomputer in Sekunden knacken könnte. Sicherheitsforscher warnen seit Jahren vor "Harvest Now, Decrypt Later"-Angriffen, bei denen verschlüsselte Daten heute gesammelt und später entschlüsselt werden.
Googles Lösung nutzt sogenannte Merkle Trees – eine Datenstruktur, die ursprünglich für Blockchain-Anwendungen bekannt wurde. Der Trick: Statt das gesamte Zertifikat zu übertragen, reicht ein kompakter "Beweis", dass das Zertifikat in einem verifizierten Baum existiert.
Chrome unterstützt die neue Technologie bereits. "Bald wird sie überall sein", verspricht Googles Sicherheitsteam. Die Integration in andere Browser und Server-Software soll im Laufe des Jahres erfolgen.
Für Nutzer ändert sich zunächst nichts – das grüne Schloss bleibt grün. Aber unter der Haube wird das Internet gerade fit gemacht für eine Post-Quanten-Ära, in der die Rechenleistung von Quantencomputern die aktuellen Verschlüsselungsstandards obsolet macht.