Meta öffnet WhatsApp für konkurrierende KI-Chatbots in der EU
Meta knickt vor den EU-Kartellwächtern ein: Der Konzern wird für die nächsten 12 Monate konkurrierende KI-Chatbots auf WhatsApp in Europa zulassen. Es ist ein bemerkenswerter Strategiewechsel für das Unternehmen, das erst kürzlich ChatGPT und andere AI-Assistenten von seiner Plattform verbannt hatte.
Der Hintergrund: Die Europäische Kommission hatte Untersuchungen gegen Meta eingeleitet, nachdem Beschwerden über die Blockierung von KI-Konkurrenten eingegangen waren. Chatbots von OpenAI, Google und anderen Anbietern konnten plötzlich keine Nachrichten mehr über WhatsApp senden oder empfangen.
Die neue Regelung: "Gegen eine Gebühr werden wir allgemeine KI-Chatbots unterstützen, die die WhatsApp Business API in Europa nutzen", so Meta in einer Stellungnahme gegenüber Reuters. Die Gebührenstruktur wurde noch nicht öffentlich kommuniziert.
Für Nutzer bedeutet das: ChatGPT, Copilot, Claude und andere KI-Assistenten können wieder über WhatsApp Business-Konten kommunizieren. Unternehmen können ihren bevorzugten AI-Anbieter wählen, statt auf Meta AI beschränkt zu sein.
Die 12-Monats-Frist ist kritisch: Meta macht klar, dass dies eine "vorübergehende Maßnahme" ist, um regulatorischen Druck zu mindern. Was nach diesem Zeitraum passiert, bleibt offen. Die EU-Kommission könnte weitere Zugeständnisse fordern.
Die größere Frage: Wird die EU ähnliche Interoperabilitätspflichten auch für Metas andere Plattformen wie Instagram und Facebook Messenger durchsetzen? Unter dem Digital Markets Act (DMA) gelten strenge Regeln für "Gatekeeper" – und Meta steht ganz oben auf der Liste.