Russland eröffnet Strafverfahren gegen Telegram-CEO Pavel Durov – Vorwurf: "Beihilfe zum Terrorismus"
Nach den Zugangsbeschränkungen zu Telegram Anfang des Monats geht Russland jetzt noch weiter: Die Behörden haben ein Strafverfahren gegen Gründer und CEO Pavel Durov eröffnet. Der Vorwurf laut Reuters: "Beihilfe zum Terrorismus".
Durov reagierte scharf auf X: "Russland hat ein Strafverfahren wegen Beihilfe zum Terrorismus gegen mich eröffnet. Täglich erfinden die Behörden neue Vorwände, um den Zugang der Russen zu Telegram einzuschränken, während sie das Recht auf Privatsphäre und freie Meinungsäußerung unterdrücken wollen. Ein trauriges Schauspiel eines Staates, der Angst vor seinem eigenen Volk hat."
Die Eskalation kommt nicht überraschend. Telegram ist in Russland eine der wichtigsten Informationsquellen geblieben – besonders seit der Invasion in der Ukraine. Die App wurde immer wieder genutzt, um unzensierte Nachrichten zu verbreiten, was den russischen Behörden ein Dorn im Auge ist.
Interessant: Durov wurde bereits 2024 in Frankreich verhaftet und angeklagt – dort geht es um mangelnde Kooperation bei der Bekämpfung von Kriminalität auf der Plattform. Jetzt gerät er also von beiden Seiten unter Druck: Der Westen will mehr Moderation, Russland will gar keine unzensierte Kommunikation.
Für Telegram-Nutzer in Russland wird die Lage immer schwieriger. VPNs sind noch funktional, aber die Regierung verschärft auch dort die Kontrollen. Durov hat sich bisher geweigert, Hintertüren einzubauen – diese Haltung könnte jetzt richtig teuer werden.